Bob Dylan: Eine Legende feiert Geburtstag

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24.05.2011

"Genie", "Protestbarde" und "Rock-Legende": Bob Dylan wird 70. Unvergleichlich ist das Leben, das bislang hinter dem Rockstar liegt - Fortsetzung folgt.

Am 24. Mai 1941 wurde Robert Allen Zimmerman in Duluth, Minnesota, als Sohn von Beatrice "Beatty" Stone und Abraham "Abe" Zimmerman geboren. Als fünf Jahre später sein Bruder David Benjamin zur Welt kam, erkrankte Vater Abe an Poliomye-
litis und verlor seine Arbeit als leitender Angestellter bei Standard Oil - Aug' in Aug' mit der Verarmung zog die Familie zu Roberts Großeltern nach Hibbing, Minnesota.

20 Jahre später sollte Robert am 24. Januar seine zweite Geburt feiern - als er nach New York zog, seinen bürgerlichen Namen in Hibbing zurückließ und sein Leben fortan als Bob Dylan bestritt. Dylan hatte früh begonnen, sich mit Musik und Literatur zu beschäftigen - er hatte Bücher von John Steinbeck, Bertolt Brecht oder die Bibel gelesen; hatte mithilfe eines Cousins zunächst das Klavier-, später dann sowohl das akustische, als auch das elektrische Gitarrenspiel erlernt; hatte zu Zeiten der High School in der A-cappella-Band "The Jokers" mitgewirkt, die vorwiegend auf Feiern aufgetreten war und später unter dem Namen "The Golden Chords" Little Richard-Stücke covern sollte. Die Musik hatte für ihn fortwährend an Bedeutung gewonnen - sodass Bob seinen Namen änderte. Für diesen Entschluss nannte Dylan verschiedene Beweggründe; der verbreitetste war, dass sich dahinter eine Hommage an den Dichter Dylan Thomas verbarg, den Bob Dylan verehrte.

Es scheint nur natürlich, dass sich Dylan auch in beruflicher Hinsicht der Musik widmen wollte. Im Jahr 1959 schrieb er sich an der Universität von Minnesota für einen Kunststudiengang mit Hauptfach Musik ein - um schließlich zwar keinerlei Kurse zu besuchen, dafür aber Kontakt zur Folkmusik, insbesondere zu jener von Woody Guthrie, seinem späterem Idol, zu knüpfen. Nicht umsonst würde er später eine seiner ersten Eigenkompositionen, "Song to Woody", seinem Idol widmen, das er oft im Krankenhaus besuchen würde, als es an einer unheilbaren Krankheit litt.

Ein großes Stück Musikgeschichte

Der Weg war geebnet. Im Jahr 1961 gelangte Dylan in den New Yorker Stadtteil Greenwich Village, wo er musikalisch geprägt werden sollte. Seinen ersten professionellen Auftritt lieferte er am 11. April 1961 als Unterstützung für John Lee Hooker im Gerde's Folk City; gefolgt von zahlreichen Auftritten in kleinen Clubs und ersten Schallplattenaufnahmen als Mundharmonikaspieler auf einem Album von Harry Belafonte. Es kam schließlich, wie es kommen musste: Talent-Scout John Hammond streckte seine Fühler nach dem jungen Talent aus und nahm ihn am 25. Oktober 1961 für das Label Columbia Records unter Vertrag.

Der Rest ist Geschichte: Zwischen 1962 und 1966 veröffentlichte Dylan sechs Alben. "The Freewhelin' Bob Dylan", mitunter mit dem Song "Blowin' in the Wind", sowie "The Times they Are-a Changin'" bescherten dem Musiker den Durchbruch. Schon bald verstärkte Dylan seine bis dahin fast ausschließlich solo und auf der akustischen Gitarre gespielte Musik elektrisch und ließ sich von einer Band begleiten; aus dem Folk- begann ein Rockstar zu werden. "Bringing it all back Home", "Highway '61 Revisited" mit dem Song "Like a Rolling Stone" oder "Blonde on Blonde", die erste Doppel-LP der Musikgeschichte, markierten seinen steilen Weg an die Spitze. So wurde Dylan zu dem, was er heute ist: "Der größte lebende Rockmusiker", wie beispielsweise RP Online ihn bezeichnet.

Auch sein Privatleben stürmte zu jener Zeit den Gipfel. Im Jahr 1965 heiratete er das Fotomodell Sara Lowndes - eine Heirat, die er zunächst vor der Öffentlichkeit geheimhielt, wie er es mit seinem gesamten Privatleben handhabte. Sara brachte Maria, ihre Tochter aus erster Ehe, mit in die Beziehung und machte Dylan so im Alter von 24 Jahren zum Familienvater. Sowohl in privater, als auch in musikalischer Hinsicht war es eine rasante Entwicklung, die Dylan zurücklegte.

Krise und Rückkehr

Für ihn etwas zu rasant. Im Sommer 1966 erlitt Dylan einen schweren Motorradunfall - von Koma, Verkrümmungen und einem entstellten Gesicht war öffentlich die Rede. Tatsächlich trug Dylan 'nur' Knochenbrüche davon; er nutzte die Gelegenheit, um sich weitesgehend aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Der Rockstar trat nur noch vereinzelt auf. 1969 wurde sein Sohn Jakob geboren; nach ihm bekamen Sara und Dylan noch die Kinder Anna, Jesse und Samuel. Die Alben, die Dylan während dieser Zeit produzierte, galten zwar als respektabel, allerdings nicht als sonderlich herausstechend. Die musikalische Krise sollte sich bald auf sein Privatleben ausweiten, als sich das Ehepaar Mitte der 1970er scheiden ließ.

Ab den 1990er Jahren schien es wieder bergauf zu gehen - insbesondere mit seiner Rückkehr im Jahre 1997 mit dem Album "Time out of my Mind", das ihm drei Grammys bescherte. Mit dem Song "Things Have Changed" für den Film "Die WonderBoys" gewann Dylan 2001 den Golden Globe Award sowie den Oscar für den besten Filmsong; im selben Jahr wurde ihm zudem die Ehre des Polar Music Prize zuteil. Drei Jahre später erschien der erste Teil seiner Autobiographie "Chroni-
cles"; um sich auch klanglich zu verewigen, veröffentlichte Dylan am 1. Oktober 2007 das Best-of-Album "DYLAN", das in zwei Versionen in den Handel kam.

"Don't you dare miss it!"

Rund 600 Songs waren es, die Bob Dylan in etwa einem halben Jahrhundert geschrieben hatte. Sowohl als "Genie", als auch als "schräg singender Protestbarde" beschreibt ihn RP Online, ihn, der als "Rocklegende" die "Rock-Welt geprägt" hat. Die Rolle der "Stimme seiner Generation" habe er dabei jedoch nie einnehmen wollen: "Das ist ein Begriff, der einem nur Probleme macht. Besonders, wenn man es einfach halten und nur Lieder schreiben und spielen will. Diese kolossalen Lobpreisungen und Titel kommen einem nur in die Quere." Und doch ist es ihm noch nicht genug. Ende Juni tritt Dylan in Mainz und Hamburg auf - Konzerte, deren Plakate mit der Aufschrift "Don't you dare miss it!", zu Deutsch "Wage es nicht, das zu verpassen", nicht passender geziert sein könnten.

(nm)
7
Kommentare insgesamt

John L.
25.05.2011 06:57
Gast
happy birthday!! ich werd dir ne dicke torte zukommen lassen alter junge

Armine
25.05.2011 09:06
Gast
Thanks, Bob!


Nordicmunkee
25.05.2011 12:21
reg. Mitglied
Eine überflüssige Nachricht mehr. Ähnlich wie die königliche Hochzeit ist Bob Dylan ebenfalls in der deutschen Öffentlichkeit nicht von belang. Wobei die Hochzeit noch eher einen Artikel wert war. Ein wirklicher Platzhalter. Wer ist Bob Dylan denn heute noch? Ein greiser US-Amerikaner der mal Platten verkauft hat!

Die fromme h.
25.05.2011 13:29
Gast
Happy Birthday Bob!!

Armine
25.05.2011 22:46
Gast
Jetzt mal sachte, @nordic, dein Post ist dann doch wohl eher ein Platzhalter als das Thema an sich...

Der Zusammenhang zur königlichen Hochzeit ist überhaupt keiner.
Folglich unangebracht.

Ich bin kein klassischer Dylan Fan, er hat aber durchaus Respekt verdient und steht zweifellos in der ersten Reihe der Musikikonen, um es mal schwülstig auszudrücken.

Möglicherweise erschließt sich Dir dies altersbedingt nicht...

Dylan verkauft sich immer noch, oft war es auch so, dass er schon auf einem Wege war, dem andere noch gar nicht folgen konnten oder wollten.

Wenn man jünger ist, neigt man dazu, Legenden vom Thron zu holen und das ist auch gut so.
Respekt ist aber auch etwas, was man zollen sollte, wenn jemand eine oder mehrere Generationen bewegt hat.

Die fromme h.
26.05.2011 09:59
Gast

John L.
26.05.2011 12:39
Gast
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