Legale Filmdownloads zum Kinostart?

Kino & TV

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© Darren Baker
12.12.2011

Den neuen Film legal aus dem Netz downloaden, statt ins Kino zu gehen - so stellt sich offenbar Sony die nahe Zukunft vor. Spielverderber könnten die Kinobetreiber werden.

Das gleichzeitige Anbieten von legalen Film-Downloads als Konkurrenz zu unrechtmäßig erstellten Kopien war bisher ein Tabuthema. Sony-America-Finanzchef Robert Wiesenthal denkt jetzt aber öffentlich über diese Möglichkeit nach, wie Zdnet berichtet. "Für die Kinobetreiber wäre dieser Schritt mit massiven Einbußen verbunden. Die Branche wird alles tun, um gegen solche Vorhaben anzugehen. Notfalls können Kinos sogar Filme boykottieren", sagt Andreas Crüsemann von Cineplex Deutschland gegenüber pressetext. Sony plant derweilen auch in anderen Bereichen digitale Neuerungen.

Alte Diskussion

"Das Auswertungsfenster wurde schon in den 70er-Jahren diskutiert. Die Raubkopie-Problematik hat das Thema natürlich brisanter gemacht. Der Wunsch der Studios nach Downloads zum Kinostart ist nachvollziehbar. So müssten sie auch nur eine Marketingkampagne finanzieren", so Crüsemann. Für die Kinobetreiber wäre eine solche Umstrukturierung der Verwertungskette desaströs. "Das würde für viele Kinos das Aus bedeuten. Die Branche hat schon mit den innerhalb von vier Monaten nach dem Kinostart erscheinenden DVDs Probleme", so Crüsemann.

Studios können mit dem Vertrieb per Download ein gutes Geschäft machen, da die Gewinnspannen hier höher sind als beim Vertrieb über Kinos oder DVDs. Crüsemann glaubt trotzdem nicht, dass die Studios das vorgeschlagene Modell durchsetzen können. "Es gab schon Experimente mit DVD-Veröffentlichungen ohne Kinostart. Es zeigt sich aber, dass das Kino ein wichtiger Teil des Marketings für einen Film ist. Deshalb haben die Kinobetreiber die Möglichkeit, entsprechenden Druck auf die Studios auszuüben", so der Branchenkenner. Wiesenthal scheint zu wissen, dass es unklug wäre, sich gegen die Kinobetreiber zu stellen. Er schlägt eine Einbindung der Lichtspieltheater in ein neues Modell vor. Wie das funktionieren soll, ist noch unklar.

Mehr Offenheit

Auch auf anderen Gebieten will Sony seinen Umgang mit Medien künftig ändern. Der Konzern, der früher öfter Sonderwege einschlug, will künftig nicht mehr auf proprietäre Formate setzen. Die Zusammenarbeit mit Google in der Handysparte soll als Beispiel für die zukünftige Politik des Konzerns dienen. Auch in puncto Musik will Sony aufrüsten. Der Verkauf von Songs via Smartphones soll eine zentrale Rolle spielen. Die Bezahlung soll hinkünftig per Telefonrechnung möglich sein und zwar in Form einer Pauschalabgabe.

(pte/pb)

2
Kommentare insgesamt

Aspergo a.
12.12.2011 16:55
Gast
Finde ich ne gute Idee wenn man sich in Zukunft die neusten Filme per netz ansehen kann.Zum einen bedeutet das weniger stress man kann nämlich ganz entspannt zuhause bleiben und kann auch mal pausieren fals man z.b. aufs Klo muss oder so.

Für die Kinos bedeutet es meiner Meinung nicht das aus.Für sie gilt wie auch für alle anderen sich an den Markt anzupassen.Das macht eine grundlegende Umgestaltung unbedingt notwendig.Die Kinos können meiner Meinung nach noch soviel aus sich rausholen das alleine schon von vornherein auf die neusten Kinofilme getrost verzichtet werden kann.

Mit dem richtigen Programm erreicht man eben die Masse.Hier ist wichtig für maßgeschneiderte Progamme zu sorgen die das Publikum anziehen.Einzelne Themenwochen wären hier schon ein Ansatz.

Kenn ich n.
23.02.2012 00:01
Gast
zweiter!!!!!!!!
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