Marder: Gefahr fürs Auto
City- & Szenenews
03.06.2008
Mitunter kann das Verhältnis zwischen Mensch und Tier höchst spannungsreich sein - beispielsweise, wenn der morgendliche Start zur Arbeitsstätte misslingt, weil das Auto nicht anspringt. In vielen Fällen waren dann Marder am Werk und haben mit ihren spitzen Zähnen die Zündkabel zerbissen.
Die Fachleute fanden heraus, dass die possierlichen Kerlchen unter der Motorhaube einen neuen Lebensraum entdeckt haben, und besonders nutzen Jungtiere das Innere eines Autos als Abenteuerspielplatz. "Doch die Folgen solchen Treibens sind vergleichsweise harmlos", beruhigt Maximilian Maurer vom ADAC.
Gefährlicher für die Kabel und Schläuche sei das aggressive Revierverhalten ausgewachsener Männchen. Sie markieren mit Urin oder einem Drüsensekret ihr Revier. Wird dann vom ahnungslosen Menschen das Auto im Revier eines fremden Marders geparkt, so gerät das angestammte Tier ob seines vermeintlichen Nebenbuhlers so in Rage, dass es aus lauter Wut die Inneneinrichtung seiner "geschändeten" Wohnung zerbeißt.
"Dies erklärt, warum die meisten Marderschäden im Frühjahr, wenn das Territorium abgesteckt wird, und im Herbst zur Ranzzeit auftreten", schildert Kugelschafter den Grund der Beißattacken, denen hauptsächlich weiche Gummiteile wie Schläuche oder Lenkmanschetten zum Opfer fallen.
Teure Folgen für Autofahrer
Dies hat kostspielige Folgen. Denn nicht alle Versicherungen übernehmen nach den Erfahrungen des ADAC Reparaturkosten aufgrund von Marderschäden. Und selbst wenn, ersetzten einige "nur die unmittelbar beschädigten Teile, nicht die möglichen Folgeschäden". Zieht beispielsweise ein zerbissener Kühlwasserschlauch einen Motorschaden durch Überhitzung nach sich, sind nur die Kosten für den Kühlwasserschlauch abgedeckt.
Hat ein Marder zugebissen, sollte man neben den nötigen Reparaturen unbedingt von einer Fachwerkstätte eine Motorwäsche vornehmen lassen, um den Duft aus dem Motorraum zu beseitigen. Ansonsten kann schon in der nächsten Nacht eine neue Bissattacke folgen.
Wie beugt man sinnvoll vor?
Grundsätzliche Prävention ist hingegen schwieriger. Zwar gibt es von Ultraschallgeräten bis hin zu diversen Hausmitteln alles Mögliche, aber nur wenig Wirksames. Manche Sprays enthalten Knoblauch, Katzenabwehrstoffe, Seife, Pfeffer.
Auf ähnlichem Wirkniveau bewegen sich Ratschläge in diversen Internet-Foren, wie etwa die Empfehlung, der Autobesitzer solle selbst ab und an in den Motorraum urinieren. So hält denn auch Marderkenner Kugelschafter für diejenigen Autobesitzer, die keine Garage nutzen können, nur zwei Präventionsmaßnahmen für erfolgversprechend.
Eine ist das Auslegen von Maschendraht unter dem Auto. "Der frei verlegte Draht vibriert immer ein wenig", sagt er. Dadurch würden die Tiere irritiert. Im zweiten Fall hilft Technik. Metallplättchen werden an allen bequemen Liegeplätzchen und Einstiegstellen im Motorraum ausgelegt und unter Hochspannung gesetzt, ähnlich wie bei einem Weidezaun. "Der Marder bekommt einen Schlag, der ihn zwar erschreckt aber nicht verletzt - er flüchtet", beruhigt Kugelschafter. Solche Geräte kosten rund 140 Euro.
Vor einem brauchen sich Marder-gebeutelte Autobesitzer allerdings nicht zu fürchten. "An die Bremsanlage gehen Marder praktisch nicht", beschreibt Maurer die Grenzen der Bissigkeit: "Bremsleitungen sind für den Marder schlecht erreichbar und bestehen überwiegend aus hartem Material." (ddp/AG)
Mitunter kann das Verhältnis zwischen Mensch und Tier höchst spannungsreich sein - beispielsweise, wenn der morgendliche Start zur Arbeitsstätte misslingt, weil das Auto nicht anspringt. In vielen Fällen waren dann Marder am Werk und haben mit ihren spitzen Zähnen die Zündkabel zerbissen.
Die Fachleute fanden heraus, dass die possierlichen Kerlchen unter der Motorhaube einen neuen Lebensraum entdeckt haben, und besonders nutzen Jungtiere das Innere eines Autos als Abenteuerspielplatz. "Doch die Folgen solchen Treibens sind vergleichsweise harmlos", beruhigt Maximilian Maurer vom ADAC.
Gefährlicher für die Kabel und Schläuche sei das aggressive Revierverhalten ausgewachsener Männchen. Sie markieren mit Urin oder einem Drüsensekret ihr Revier. Wird dann vom ahnungslosen Menschen das Auto im Revier eines fremden Marders geparkt, so gerät das angestammte Tier ob seines vermeintlichen Nebenbuhlers so in Rage, dass es aus lauter Wut die Inneneinrichtung seiner "geschändeten" Wohnung zerbeißt.
"Dies erklärt, warum die meisten Marderschäden im Frühjahr, wenn das Territorium abgesteckt wird, und im Herbst zur Ranzzeit auftreten", schildert Kugelschafter den Grund der Beißattacken, denen hauptsächlich weiche Gummiteile wie Schläuche oder Lenkmanschetten zum Opfer fallen.
Teure Folgen für Autofahrer
Dies hat kostspielige Folgen. Denn nicht alle Versicherungen übernehmen nach den Erfahrungen des ADAC Reparaturkosten aufgrund von Marderschäden. Und selbst wenn, ersetzten einige "nur die unmittelbar beschädigten Teile, nicht die möglichen Folgeschäden". Zieht beispielsweise ein zerbissener Kühlwasserschlauch einen Motorschaden durch Überhitzung nach sich, sind nur die Kosten für den Kühlwasserschlauch abgedeckt.
Hat ein Marder zugebissen, sollte man neben den nötigen Reparaturen unbedingt von einer Fachwerkstätte eine Motorwäsche vornehmen lassen, um den Duft aus dem Motorraum zu beseitigen. Ansonsten kann schon in der nächsten Nacht eine neue Bissattacke folgen.
Wie beugt man sinnvoll vor?
Grundsätzliche Prävention ist hingegen schwieriger. Zwar gibt es von Ultraschallgeräten bis hin zu diversen Hausmitteln alles Mögliche, aber nur wenig Wirksames. Manche Sprays enthalten Knoblauch, Katzenabwehrstoffe, Seife, Pfeffer.
Auf ähnlichem Wirkniveau bewegen sich Ratschläge in diversen Internet-Foren, wie etwa die Empfehlung, der Autobesitzer solle selbst ab und an in den Motorraum urinieren. So hält denn auch Marderkenner Kugelschafter für diejenigen Autobesitzer, die keine Garage nutzen können, nur zwei Präventionsmaßnahmen für erfolgversprechend.
Eine ist das Auslegen von Maschendraht unter dem Auto. "Der frei verlegte Draht vibriert immer ein wenig", sagt er. Dadurch würden die Tiere irritiert. Im zweiten Fall hilft Technik. Metallplättchen werden an allen bequemen Liegeplätzchen und Einstiegstellen im Motorraum ausgelegt und unter Hochspannung gesetzt, ähnlich wie bei einem Weidezaun. "Der Marder bekommt einen Schlag, der ihn zwar erschreckt aber nicht verletzt - er flüchtet", beruhigt Kugelschafter. Solche Geräte kosten rund 140 Euro.
Vor einem brauchen sich Marder-gebeutelte Autobesitzer allerdings nicht zu fürchten. "An die Bremsanlage gehen Marder praktisch nicht", beschreibt Maurer die Grenzen der Bissigkeit: "Bremsleitungen sind für den Marder schlecht erreichbar und bestehen überwiegend aus hartem Material." (ddp/AG)
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