In MV sind die Menschen zu krank um kriminell zu werden

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Kommissare und der Hinstorff Verlag bieten Orientierung in MV
24.03.2010

In MV waren die Menschen im letzten Jahr bundesweit am häufigsten krank. Dafür haben sie weniger Straftaten verübt. Grund genug, dass der "Tatort" hier Urlaub macht.

Wie MVregio berichtet, haben die Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern seit 2002 nicht mehr so oft auf Arbeit gefehlt. Durchschnittlich waren es 15,2 Tage, was zwar wenig klingt, den Bundesdurchschnitt aber um drei Tage übertrifft.

Wohlmeinende Optimisten machen dafür die zwei Erkältungswellen zu Beginn des Jahres und die zunehmende Sensiblisierung der Meck-Pommeraner seit der Schweinegrippe verantwortlich.

Der Spion deckt das Offensichtliche auf

Der Spion geht sogar noch einen Schritt weiter, sieht die Zusammenhänge und die positiven Konsequenzen. So berichtet der oben verlinkte Online-Dienst auch über die von Innenminister Caffier vorgestellte Kriminalstatistik des vergangenen Jahres.

Mitdenker werden nicht überrascht sein: Die Straftaten sind erheblich zurückgegangen. Das spricht vor allem für die Intelligenz der Bürger unseres Bundeslandes, denn es wäre doch schön blöd, sich bei einer Straftat erwischen zu lassen, während man auf Arbeit krankfeiert.

Tatort: MVs Wälder und Wiesen

Nun soll man nicht glauben, die Auswirkungen der Statistik hätten sich hiermit weitestgehend erledigt. Nein, denn wie Welt Online aufklärt, haben nun sogar die sonst so vielbeschäftigten Tatort-Kommissare Jan Josef Liefers und Axel Prahl, die hier eigentlich gar nichts zu suchen hätten, sondern sich um Münster kümmern sollten, Zeit für entspanntes Wandern durch MVs viel gerühmte Wildnis.

Mehr noch, sie schreiben sogar noch einen amüsanten Reiseführer, der nun im Rostocker Hinstorff-Verlag erscheint, damit auch die MV-Spione ihr Land mal richtig kennenlernen können. Für die, die nicht so gern lesen, zeigt der NDR am Freitag um 20.15 Uhr die kreativ betitelte Doku "Zwei Kommissare auf Spurensuche", schließlich fühlen sich die beiden erst im Fernsehen so richtig wohl.

Freunde und Helfer in der Wildnis

Spürnasen werden am Titel der Doku sofort erkennen, die beiden Ermittler sind in Wirklichkeit auf der Suche. Wahrscheinlich nach einem neuen Job. Und da könnten sie im nordöstlichsten Bundesland genau richtig sein.

Oder auch ganz falsch. Denn wie wir von ndr.de erfahren, zieht unser schon erwähnter Innenminister sofort die Konsequenzen aus den krankheitsbedingten Ausfällen unter den Kriminellen unseres jetzt so friedlichen Landes. Er will mal eben die Anzahl der Polizeiinspektionen in MV von 17 auf repräsentative acht reduzieren.

Nun mag man berfürchten, dass die Tatort-Kommissare auf ihren Wanderwegen demnächst von einem langen Tross arbeitsloser Polizisten verfolgt werden, die an jedem Haus am Wegesrand um eine milde Gabe bitten, doch das wäre zu kurz gedacht. Schließlich werden die wenigen gesunden Meckis und Pommis die Gelegenheit erkennen, die bekanntermaßen Diebe macht, und die schwächelnde Kurve der Kriminalstatistik wieder in brutale Höhen treiben.

Die neue Wende in Mecklenburg-Vorpommern

Wie schnell das gehen kann, hat gerade erst der Sat 1-Zweiteiler "Die Grenze" gezeigt. Und dann sind die zeitweilig in der Wildnis versumpften Polzisten gefragter denn je. Allen voran unsere Reiseführer aus Münster.

Da wird es unserem Innenminister auch nicht helfen, dass, wie Bild.de nicht müde wird zu betonen, die Landesregierung sich für Frei-Kondome für Hartz IV-Empfänger stark macht. Zwar schränkt das selbst in einem von der Abwanderung so marginal betroffenen Bundesland wie Mecklenburg-Vorpommern das zukünftige Potential an Gewaltverbrechern, Raubmördern und Zecheprellern weiter ein, allerdings werden diesem Land so auch bald die Polizeischüler ausgehen.

Glücklicherweise laufen ja nun bald genügend freigewordene Kräfte orientierungslos in MVs Wäldern umher, die dann auch gleich zu weiterreichenden Aufgaben herangezogen werden können. Schließlich wissen wir durch MVregio, dass nun auch die letzten fünf Filialen der Deutschen Post geschlossen werden.

(pb)
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